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Was passiert eigentlich bei einem Bauch‒ und Beckenboden‒Check‒up?

„Mein Beckenboden ist bestimmt zu schwach."

Diesen Satz hören wir häufig. Zum Beispiel nach einer Geburt, bei Inkontinenz, einem Druckgefühl im Becken oder wenn sich die Körpermitte auch Monate später noch nicht wieder stabil anfühlt.
Aber ganz so einfach ist es häufig nicht.
Ein Beckenboden kann tatsächlich zu wenig Kraft entwickeln. Er kann aber auch schlecht koordinieren, nicht zum richtigen Zeitpunkt reagieren oder Schwierigkeiten haben, wieder vollständig zu entspannen. Gleichzeitig spielen Bauchmuskulatur, Atmung, Druckregulation, Haltung, Becken, Steißbein und die Lage und Beweglichkeit der Beckenorgane eine Rolle.
Und manchmal bestehen überhaupt keine Beschwerden. Auch dann kann die Frage entstehen: Ist mein Körper eigentlich wieder ausreichend belastbar? Kann ich bedenkenlos wieder laufen, springen, schwer trainieren oder meinen Sport aufnehmen?
Genau deshalb beginnen wir bei unserem Bauch- und Beckenboden-Check-up nicht sofort mit Übungen. Wir schauen zuerst genau hin.
Bauch- und Beckenboden-Check-up bei TriPhysio in Hannover

Der Check-up ist nicht nur für Frauen mit Beschwerden

Unser Bauch- und Beckenboden-Check-up kann sowohl bei bestehenden Beschwerden als auch rein präventiv durchgeführt werden.

Typische Gründe für einen Check-up sind beispielsweise:

  • Inkontinenz
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • Verdacht auf eine Organsenkung
  • Probleme mit der Bauchwand oder Rectusdiastase
  • Schmerzen
  • Schwierigkeiten bei der Beckenbodenwahrnehmung
  • Unsicherheit beim Wiedereinstieg in Sport
Aber auch Frauen, die sich eigentlich gut fühlen, können den Check-up nutzen.
Nach Schwangerschaft und Geburt verändert sich der Körper erheblich. Nicht jede funktionelle Veränderung macht unmittelbar Beschwerden. Deshalb kann es gerade vor dem Wiedereinstieg in höhere Belastungen sinnvoll sein, Beckenboden, Bauchwand, Druckregulation und Organlage einmal differenziert beurteilen zu lassen.
Auch viele Jahre nach einer Geburt oder unabhängig von aktuellen Beschwerden kann der Check-up als funktionelle Standortbestimmung genutzt werden.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Auffälligkeiten zu finden.
Es geht darum, herauszufinden, was tatsächlich relevant ist – oder festzustellen, dass sich funktionell ein guter und belastbarer Befund zeigt.

Am Anfang steht deine Geschichte

Im Idealfall füllst du unseren ausführlichen Anamnesebogen bereits vor deinem Termin aus. Für uns ist beispielsweise relevant:
Wie verliefen Schwangerschaft und Geburt? Gab es Geburtsverletzungen, einen Kaiserschnitt oder besondere Komplikationen? Bestehen Inkontinenz, Schmerzen oder ein Druck- oder Fremdkörpergefühl? Wann werden Beschwerden stärker? Beim Tragen? Beim Sport? Nach einem langen Tag? Beim Husten oder Niesen?
Und wenn du keine Beschwerden hast: Welche Belastungen möchtest du wieder aufnehmen? Wie sieht dein Sport aus? Was möchtest du über deinen Körper wissen?
So können wir bereits vor dem Termin einordnen, welche Fragen für deine Untersuchung besonders wichtig sind.

Wir beginnen nicht am Beckenboden

Der Beckenboden ist Teil eines größeren funktionellen Systems. Deshalb beginnt unser Check-up zunächst im Stand.
Wir schauen uns Haltung, Atmung und Bewegungsverhalten an und beurteilen, wie dein Körper Spannung organisiert. Auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Belastungsverteilung im Körper können dabei relevant sein.
Im Sitzen untersuchen wir anschließend unter anderem Becken, Kreuzbein und Steißbein. Danach folgt in Rückenlage eine weiterführende manuelle und fasziale Untersuchung des Körpers.
Dabei suchen wir nicht nach einer einzelnen vermeintlichen „Fehlstellung", sondern nach funktionellen Zusammenhängen, die zu Beschwerden oder eingeschränkter Belastbarkeit beitragen könnten.
Untersuchung der Spannungsverhältnisse der Körpermitte, speziell des Zwerchfells
Untersuchung der Spannungsverhältnisse der Körpermitte, speziell des Zwerchfells.
Untersuchung der Bauchdecke, der Organe und Faszien des Bauchraumes
Untersuchung der Bauchdecke, der Organe und Faszien des Bauchraumes.

Wie arbeitet deine Bauchwand?

Auch eine Rectusdiastase beurteilen wir nicht ausschließlich danach, wie breit der Abstand zwischen den geraden Bauchmuskeln ist. Uns interessiert vor allem die Funktion:
Kann die Bauchwand Spannung aufbauen? Wie verhält sie sich bei Belastung? Wie arbeiten tiefe und oberflächliche Bauchmuskulatur zusammen? Was passiert mit dem Druck im Bauchraum?
Wir untersuchen außerdem Gewebe und Faszien des Bauches sowie Lage und Beweglichkeit der Organe im Bauch- und Beckenraum. Auch das knöcherne Becken mit Symphyse und Iliosakralgelenken fließt in die Untersuchung ein.
So entsteht nach und nach ein Gesamtbild – bevor wir uns überhaupt isoliert mit dem Beckenboden beschäftigen.

Die vaginale Untersuchung: Kraft allein reicht nicht

Mit deinem Einverständnis folgt anschließend die vaginale Tastuntersuchung. Sie liefert Informationen, die wir von außen nicht bekommen können.
Wir beurteilen die Lage der Beckenorgane und untersuchen die Muskulatur sowohl passiv als auch aktiv. Dabei interessiert uns nicht nur eine allgemeine Beckenbodenkraft.

Wir prüfen differenziert:

  • Wie gut kannst du anspannen?
  • Kannst du anschließend wieder vollständig loslassen?
  • Arbeiten beide Seiten gleich?
  • Welche Bereiche der tiefen Beckenbodenmuskulatur übernehmen die Aktivität?
  • Wie ausdauernd ist die Muskulatur?
  • Kann sie schnell reagieren?
  • Wie reagiert sie auf eine Druckerhöhung?
Auch Spannungsverhältnisse, Steißbein und mögliche Senkungszeichen können dabei beurteilt werden.
Und genau hier zeigt sich häufig, warum „Mach einfach mehr Beckenbodentraining" keine ausreichende Empfehlung ist.
Ein Muskel, der bereits zu viel Spannung hält, benötigt möglicherweise etwas völlig anderes als ein Muskel mit zu wenig Kraft. Eine gute Maximalkraft bei schlechter Koordination erfordert andere Maßnahmen als eine tatsächliche Kraftminderung.

Ultraschall: Du kannst deinen Beckenboden selbst sehen

Ein besonderer Bestandteil unserer Check-ups ist die transperineale Ultraschalluntersuchung.
Der Ultraschallkopf wird dabei von außen am Damm angesetzt. Auf dem Monitor können wir Bewegungen von Beckenboden, Blase und Harnröhre sichtbar machen. Das liefert zusätzliche diagnostische Informationen – und gleichzeitig entsteht ein sehr direktes Biofeedback.
Viele Frauen spüren ihren Beckenboden zwar, wissen aber nicht sicher, ob ihre Vorstellung von „anspannen" tatsächlich zu der gewünschten Bewegung führt.
Auf dem Bildschirm kannst du es unmittelbar sehen.

Wir können verschiedene Strategien ausprobieren und beispielsweise testen:

  • Wie sieht eine gute Anspannung aus?
  • Kannst du anschließend wieder vollständig entspannen?
  • Wie lange kannst du eine Aktivierung halten?
  • Wie schnell kannst du reagieren?
  • Was passiert beim Husten oder bei einer Druckerhöhung?
  • Wie arbeiten tiefe Bauchmuskulatur und Beckenboden zusammen?
  • Welche Veränderung entsteht, wenn wir Haltung, Atmung oder Ansteuerung verändern?
Damit wird aus der Untersuchung gleichzeitig ein erster Lernprozess.

Warum untersuchen wir am Ende noch einmal im Stehen?

Ein wichtiger Teil unserer Diagnostik findet zunächst in Rückenlage statt. Das hat viele Vorteile: Wir können Strukturen gut tasten, Muskulatur differenziert testen und die Ultraschalluntersuchung sehr kontrolliert durchführen.
Aber dein Alltag findet nicht überwiegend im Liegen statt.
Gerade bei einem Druck- oder Senkungsgefühl spielt die Schwerkraft eine wichtige Rolle. Deshalb lassen wir die Blase im Verlauf des Check-ups ausreichend füllen und wechseln zum Abschluss noch einmal in den Stand.
Nun können wir erneut beurteilen, wie sich Blase, Beckenorgane und Beckenboden unter Schwerkraft und funktioneller Belastung verhalten. Ein Befund kann im Liegen relativ unauffällig erscheinen und sich unter realistischeren Belastungsbedingungen deutlicher zeigen. Auch Kraft und Koordination können wir im Stand erneut überprüfen.
Deshalb kombinieren wir bewusst beide Perspektiven.
Aktive Tests mit Fokus auf die Körpermitte
Aktive Tests mit Fokus auf die Körpermitte.
Aktive Testung der Körpermitte und der Beckenbodenkontrolle mit Gewicht
Aktive Testung der Körpermitte und der Beckenbodenkontrolle mit Gewicht.

Was bedeutet das alles für dich?

Ein Check-up endet bei uns nicht mit einer Reihe von Messwerten. Wir führen die Ergebnisse zusammen.
  • Vielleicht zeigt sich tatsächlich vor allem eine Kraftminderung des Beckenbodens.
  • Vielleicht ist die Kraft eigentlich gut, aber die Koordination unter Belastung funktioniert noch nicht.
  • Vielleicht spielt eine Senkung eine Rolle.
  • Vielleicht hält der Beckenboden sogar zu viel Spannung.
  • Vielleicht ist die Bauchwand noch nicht ausreichend belastbar.
  • Vielleicht finden wir mehrere Faktoren gleichzeitig.
  • Oder die Untersuchung zeigt, dass Beckenboden, Bauchwand und Organlage funktionell unauffällig sind und du deinen Belastungsaufbau mit einem guten Sicherheitsgefühl fortsetzen kannst.
Wir erklären dir, was wir für relevant halten und was daraus praktisch folgt. Du bekommst – je nach Befund – erste Übungen, Hinweise für deinen Alltag und konkrete Empfehlungen für die nächsten Schritte.

Und danach bekommst du deinen Befund schriftlich

Ein wesentlicher Bestandteil unseres Check-ups ist die ausführliche schriftliche Auswertung. Nach dem Termin erhältst du einen individuellen, mehrseitigen Befundbericht.
Damit hast du auch nach einem langen und informationsreichen Untersuchungstermin etwas Konkretes in der Hand.
Der Bericht kann außerdem hilfreich sein, wenn du deine Beschwerden und die erhobenen Befunde später mit Ärztinnen, Physiotherapeutinnen oder anderen behandelnden Fachpersonen besprechen möchtest.

Darin fassen wir nicht nur einzelne Messwerte zusammen, sondern ordnen die Ergebnisse ein:

  • Was haben wir gefunden?
  • Wie lassen sich die Befunde physiotherapeutisch und osteopathisch einordnen?
  • Welche Zusammenhänge könnten für deine Beschwerden oder Belastbarkeit relevant sein?
  • Was kannst du selbst tun?
  • Welche weitere Therapie oder welches Training erscheint sinnvoll?
  • Gibt es Befunde, die du mit deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder einer anderen Fachperson besprechen solltest?

Was kostet der Check-up?

Der Bauch- und Beckenboden-Check-up wird bei TriPhysio als osteopathische Leistung durchgeführt.

Wenn du gesetzlich versichert bist

Für Selbstzahlerinnen gelten aktuell folgende Preise:
Check-up ohne Behandlung – bis zu 90 Minuten: 212 €
Check-up mit Behandlung – bis zu 120 Minuten: 265 €
Einige gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich im Rahmen ihrer freiwilligen Zusatzleistungen an den Kosten osteopathischer Behandlungen.
Wie hoch dieser Zuschuss ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen – beispielsweise ob vorab eine ärztliche Empfehlung benötigt wird –, unterscheidet sich von Krankenkasse zu Krankenkasse. Deshalb lohnt es sich, vor dem Termin direkt bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.
Eine vollständige Kostenübernahme können wir nicht garantieren.

Wenn du privat oder entsprechend zusatzversichert bist

Die Abrechnung erfolgt nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). Aktuell ergeben sich ungefähr folgende Rechnungsbeträge:
Check-up ohne Behandlung – bis zu 90 Minuten: ca. 242–245 €
Check-up mit Behandlung – bis zu 120 Minuten: ca. 295–298 €
Diese Rechnung kannst du bei deiner privaten Krankenversicherung beziehungsweise Zusatzversicherung zur Erstattung einreichen.
Ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden, richtet sich nach deinem individuellen Versicherungsvertrag.

Häufige Fragen zum Check-up

Wie unterscheidet sich der Check-up von Beckenbodenphysiotherapie?
Und was ist mit Personal Training?
Was passiert, wenn wir eine Senkung feststellen?
Warum kostet der Check-up mehr als eine normale Behandlung?

Für wen ist der Check-up sinnvoll?

Unser Check-up ist nach einer Geburt frühestens etwa acht Wochen postpartal möglich und kann danach zu jedem Zeitpunkt durchgeführt werden.
Das Ziel ist dabei nicht, möglichst viele Auffälligkeiten zu finden.
Das Ziel ist, herauszufinden, was für dich tatsächlich relevant ist – und daraus konkrete und sinnvolle nächste Schritte abzuleiten.

Sinnvoll kann er beispielsweise sein bei

  • Inkontinenz
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • Verdacht auf eine Organsenkung
  • anhaltenden Problemen mit Bauch oder Rectusdiastase
  • Schwierigkeiten bei der Beckenbodenwahrnehmung
  • Schmerzen oder auffälligen Spannungsverhältnissen
  • Unsicherheit beim Wiedereinstieg in Sport
  • dem Wunsch nach einer differenzierten Untersuchung nach Schwangerschaft und Geburt
  • oder ganz ohne aktuelle Beschwerden als präventive funktionelle Standortbestimmung
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